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«Belle» muss die Entscheidung bringen

In der Finalserie zwischen den Oberwil Rebells und den Sierre Lions steht es in der Best-of-Five Serie nach vier hart umkämpften Spielen 2:2. Nachdem die Rebells am Samstag vor heimischem Publikum noch 5:4 gewinnen konnten, wehrte Sierre am Sonntag zuhause den ersten Matchball der Rebells ab und entschied das Spiel mit 5:4 n.P. für sich.

Die Oberwil Rebells konnten am vergangenen Samstag auf der Plastikunterlage in der SIKA Rebells Arena ihre spielerischen Vorteile im ersten Abschnitt noch nicht in Tore ummünzen. Sierre führte nach 20 Minuten mit 0:1, doch gleich zu Beginn des Mittelabschnittes konnte Oberwil mit einem Doppelschlag durch Yanick Müller und Raffaele Cioffo die Führung ihrerseits übernehmen. Dank einem starken Powerplay und einem sicheren Andrea Pagano zwischen den Pfosten konnten die Zuger zur Spielhälfte gar auf 3:1 erhöhen. Die Führung hielt jedoch auch auf Seiten der Rebells nicht allzu lange, da auch das Heimteam einige Strafen nahm und im Slot den ein oder anderen Abschluss der Lions zu viel erlaubte. Sierre kam noch vor der Pause wieder zum 3:3 zurück, allerdings liess die spielerische Überlegenheit der Rebells im dritten Drittel zu keinem Zeitpunkt nach. Durch die Tore von Raphael Enzler und Tim Müller konnten die Rebells jeweils vorlegen und sich schliesslich einen 5:4 Heimsieg erspielen. Dieser Sieg war gleichbedeutend mit dem 2:1 in der Serie und einem ersten Matchball für das Auswärtsspiel vom Sonntag.

Am folgenden Tag war die Mission für die Zuger daher selbsterklärend: Der Titel soll her. Auswärts in Sierre einen Sieg einzufahren ist jedoch noch nie ein einfaches Unterfangen gewesen. So wurde es eine enorm hitzige und intensive Partie mit vielen Zweikämpfen, Checks und umstrittenen Szenen. Auch spielerisch bot die Partie einiges an Zündstoff und die Führung im Spiel wurde abwechslungsweise zwischen den Teams hin und her geschoben. Für die Rebells konnte Raphael Enzler bereits in der 4. Minute den ersten Treffer verbuchen. In der recht ausgeglichenen Partie – mit leichten Vorteilen für die Rebells bei spielerischer Gleichzahl – dauerte es bis zur Spielmitte als Sierre mit einem Doppelschlag das Score drehte. Der Rebells-Verstärkungsspieler John Donald Dutney konnte kurz darauf mit einem Bullygoal die Zuger zurückbringen. Im letzten Abschnitt konnte Sierre direkt im ersten Einsatz wiederum die Führung übernehmen, bevor die beiden Müller-Stürmer in den Reihen der Rebells für die Zuger zum 3:4 stellen konnten. Doch auch dies war zehn Minuten vor Schluss noch nicht genug: Sandro Iten im Zuger Tor konnte zuerst bravourös einen Penalty halten und wurde kurze Zeit später in Unterzahl doch noch erwischt. Es kam zur Verlängerung. Durch viele weitere fragwürdige Schiedsrichter Entscheide, welche die Zuger in den entscheidenden Minuten aus nicht nachvollziehbaren Gründen an offensiven Aktionen hinderte, konnte Sierre die meiste Zeit der Overtime in Überzahl verbringen. Tore fielen allerdings keine mehr und aus Zuger Sicht leider auch nicht mehr im finalen Penalty-Schiessen.

Mit 5:4 n.P. verlieren die aufopferungsvoll spielenden Rebells eine äusserst enge Partie. Der stark aufspielen Keeper Sandro Iten meint zu seinen Vorderleuten: «Wir haben als Team extreme Moral bewiesen und unter diesen Umständen ein klasse Spiel gezeigt. Leider war das entscheidende Quäntchen Glück heute nicht auf unserer Seite, doch ich bin überzeugt, dass wir nächste Woche den letzten Sieg vor unseren Fans einfahren können». Die «Belle» in dieser Finalserie findet nächstem Samstag um 14:00 Uhr in der SIKA Rebells Arena statt, wo der diesjährige Schweizer Streethockey Meister gekürt werden wird.

 

https://www.luzernerzeitung.ch/thema/oberwil-rebells 

Bericht: Tim Mueller